Blut der Dämonin 1



KAPITEL 1

MONTAG 20.08.2014

Jeder Montag lief in der Akademie gleich ab. Die Schüler kamen zu spät und schubsten vor lauter eile andere Schüler oder Lehrer auf die Seite. Mir machte es auch keinen Spaß, Montagmorgen aufzustehen um hier her zu kommen. Trotzdem war ich hier und das lag nicht nur an meiner Nummer 2. Meine anderen Angestellten waren über diese Situation ebenfalls nicht glücklich. Meine Schüler sollten sich zusammenreisen. Hier herrscht strenge Disziplin. Fehler ließ ich nicht durchgehen. Besonders da momentan die Prüfungsvorbereitungen im vollen Gang waren. Einiger meiner Hexen und Hexern wollten durch ihre abgeschossene Grundausbildung in den  Beruf des Attentäters übergehen. Die war hier leicht möglich. Entweder bildete ich sie selbst aus oder meine Attentäter erledigen dies. Alle meine Attentäter waren bereits einige 100 Jahre bei mir. Meine Schüler mussten mir nur zeigen, dass sie gegen mich ankommen. Dies war bei einem Dämon wie mir nicht so leicht. Ich wurde sehr gut von meinen Ziehvater ausgebildet. 

 

Ab Morgen musste ich die schriftlichen Prüfungen abhalten. Es war mir unklar für was ein Attentäter so etwas brauchte, aber meine Lehrattentäter wollten dies so. Diese Ausbildung lief unter der Hand. Vampire, Hexen, Hexer, Werwölfe und Elfen hatten Gesetzte. Dämonen hatten keine. Dies hatte einige Vorteile für mich. Meine neu ausgebildeten Attentäter wurden an Clans aller Art vermittelt. Die Akademie hatte einen guten Ruf. Jeder nahm meine Attentäter oder meine Magieschüler. Nach meiner schriftlichen Prüfung, fand sofort die praktische Prüfung statt. Wir hatten viele Aufträge und mit diesen mussten sich die Schüler unter Beweis stellen. Ein Theoretiker brachte mir nichts. Ich unterrichtete allerdings nicht nur Hexen oder Hexer. Bei mir an der Akademie meldeten sich sehr viele Vampire an. Viele Clan ließen sogar ihre Attentäter hier fortbilden. Werwölfe waren hier selten. 

 

Nun bekam ich fürs erste Elfen an die Akademie. Mein Liebster Tesno wollte dies so. Ich gab seiner Bitte ungerne nach. Ich war seit 2 Jahren mit ihm zusammen und wir waren seit gestern verlobt. Genau deswegen, gab ich seiner Bitte nach. Ich ging genervt in mein Büro und schaute mir die Neuanmeldungen an. Die erste Magieklasse sollte natürlich neu besetzt werden. Bis jetzt sah ich keinen interessanten neuen Schüler, aber ich ging nicht aussehen oder so etwas. Mir ging es um seine Talente. Deswegen lud ich alle zukünftigen Schüler zu meiner Vorprüfung ein. So und nun zu mir. 

 

Ich heiße 1mon Wilkos und ich bin eine Dämonin. Dennoch spricht man meinen Namen anders aus. Es wird zwar 1mon geschrieben, aber Einomon gesagt. Ich bin wie gesagt, eine Dämonin, da ist es nur logisch das mein Name kompliziert geschrieben wird. Allerdings werde ich von niemanden bei vollem Namen genannt. Von meinen engsten Bekannten und Freunden werde ich Oney gerufen. Momentan musste ich mir allerdings neue Geschäftspartner, für mein Opium suchen. Ich verkaufte zwar an Pharmafirmen, aber ich verkaufte es auch gerne an Clans oder Geschäftsmänner ohne Clan. Die Anmeldungen legte ich auf die Seite und schaute meine Momentane Auftragslage an. Momentan waren wir sehr gefragt. 

 

Es gingen zahlreiche Aufträge ein. Außerdem musste ich unbedingt mit meiner Sekretärin reden. Sie war normal sehr zuverlässig, aber momentan schluderte sie etwas. Sie vergaß teilweise bei Aufträgen einen Lebenslauf und ein Bild, der zu tötenden Person anzufordern. Nur mit dem Namen kamen wir nicht weiter. Es gibt so viele mit dem selben Namen. Schließlich konnte ich schlecht alle töten. Nun hatte ich mehr Arbeit wie vorher. Jetzt musste ich alle Aufraggeber anrufen und die Bilder und den Lebenslauf anfordern. Dies dauerte einige Stunden. Viele Auftragsgeber erreichte ich nicht und hinterließ eine Nachricht. Sie sollten mich baldmöglichst zurückrufen. Danach schaute ich mich auf meinen Schreibtisch um. Unter den Stapel der zu bearbeiten Aufträge lagen die Unterlagen meines Buchhalters. Er stand auf meiner Beobachtungsliste. Er unterschlug teilweise Geld. Ob dies Absicht oder unabsichtlich war, wird sich zeigen. Kurz darauf zog ich die Unterlagen heraus und überflog sie. Bis jetzt schien alles korrekt zu sein. Zuhause wollte ich die Unterlagen nochmals genauer durchgehen. 

 

Als ich aus dem Fenster schaute, merkte ich, dass es regnete. Zum Glück war ich heute mit dem Auto gekommen. Ich zwinkerte mich zwar gerne, aber dies machte ich nur wenn ich spät dran war. Normal ging ich zu Fuß zur Akademie, doch heute war es so bewölkt, das ich dem Wetter nicht traute. Außerdem fuhr ich viele verschiedene Autos, aber heute war ich mit meinen Porsche hier. Zudem fuhr ich generell nur Sportwägen. Sollte ich jemals eine Familie haben, besorge ich mir ein anders. Inzwischen nahm ich mir die Unterlagen meines Buchhalters und verließ mein Büro. Anschließend schloss ich es ab und schaute zu meiner Sekretärin. Sie wirkte überfordert. 

 

Sie schaute mich an und sagte: „Kann ich etwas für sie tun, Miss Wilkos?“ Ich schaute mich um. Normalerweise war ich mit ihr per du, außer es waren Geschäftspartner oder Schüler in der Nähe. „Wir waren doch schon beim du, Sabine.“ „Ich weiß, Oney.“ „Was ist momentan mit dir los?“ „Mach ich etwa Fehler?“ „Ja.“ „Das tut mir leid.“ „Brauchst du Urlaub?“ „Nein.“ „Sag mir doch, was los ist.“ „Ich habe Eheprobleme.“ „Das hört sich nicht gut an. Kann ich dir helfen?“ „Nein. Ich muss das mit meinen Mann klären.“ „Ihr solltet die Kinder nicht mit reinziehen.“ „Ich versuche es so gut es geht zu vermeiden, doch mein Mann sagt, er will sie behalten.“ „Das kann er nicht. Du bist doch eine gute Mama. Du kannst jederzeit weg, wenn etwas mit ihnen ist.“ „Das weiß ich.“ „Solltest du wegen der Arbeit Probleme haben, können wir das besprechen.“ „Mein Mann spinnt nur etwas. Es tut mir leid, dass ich meine Arbeit nicht korrekt ausführe.“ „Es ist ok. Ich bin vorerst zuhause. Sollte etwas sein, bin ich erreichbar.“ Sie nickte. „Lass dich von deinen Mann nicht ärgern.“ „Ich versuche es.“ „Du kannst gerne in 2 Stunden nach Hause gehen.“ „Danke, Oney. Bis Morgen.“ „Bis Morgen.“

 

Nach dem Gespräch stieg ich die Treppe zum Erdgeschoss hinab und ging auf die Ausgangstüre zu. Als ich dies erreichte, hörte ich jemanden nach mir rufen: „Miss Wilkos. Miss Wilkos! Warten sie bitte!“ Irritiert drehte ich mich um sah eine junge Elfe. „Ja, bitte?“, fragte ich freundlich. „Ich hätte nur eine Frage, bevor sie gehen“, sagte sie schüchtern. „Was gibt es?“ „Wann kommen die Bücher für die Elfenmagie?“ „Sobald ich sie selbst bekommen habe. Die Lieferung verzögert sich etwas.“ „Achso. Ich freu mich schon auf den Unterricht.“ „Es tut mir leid, da musst du dich noch etwas gedulden. Was machst du eigentlich hier? Es ist kein Unterricht für dich.“ „Ich wollte wegen den Büchern fragen. Ich wurde an sie persönlich verwiesen.“ „Wegen so einer Kleinigkeit hältst du mich also auf?“ „Es tut mir leid“, stotterte sie und ging einen Schritt zurück. „Das nächste Mal schreibst du eine E-Mail oder wartest bis du einen Anruf von mir bekommst. Hier sind momentan Prüfungen, da kann ich keine Störungen gebrauchen.“ „Es tut mir sehr leid. Ich werde sofort gehen.“ Sie schaute mich mit großen Augen an. „Bis bald, meine liebe Elfe.“ Amüsiert kicherte ich und ging zu meinem Auto. 

 

Elfen hatten hohen Respekt vor Dämonen. Dies lag an der Vergangenheit der beiden Rassen. Wenige Augenblicke später öffnete ich meine Autotür und warf die Unterlagen in den Wagen. Kurz danach stieg ich ein und schloss die Türe. Der Regen ließ langsam nach.  Nachdem ich die Türe schloss, steckte ich den Schlüssel ins Zündschloss und schnallte mich an. Wenige Sekunden später ließ ich das Auto an und fuhr nach Hause. Als ich zuhause ankam, parkte ich das Auto und schaltete den Motor ab. Bevor ich ausstieg, schnallte mich ab und nahm die Unterlagen. Gleich darauf stieg ich aus und schlug die Wagentüre zu. Hinterher sperrte ich den Wagen ab und ging zu meinem Haus. Ich wohnte in einem Glashaus. Als an der Tür stand, entriegelte ich diese mit meinem Pin und trat ein. Hinter mir warf ich die Türe ins Schloss und setzte mich ins Wohnzimmer. Dabei zündete ich mir eine Zigarette an und rauchte diese. Nikar, mein Sklave, brachte mir einen grünen Tee. „Haben sie noch einen Wunsch, my Lady?“, fragte er. „War Marius brav?“, fragte ich. „Er war  brav und lernt in seinem Zimmer, my Lady.“ „Sehr schön. Du kannst gehen.“ „Natürlich.“ Er ging in die Küche. Er setzte vermutlich neuen Tee auf. Ich schaute aus meinen Fenster. Es war wunderschön im Wald zu leben.

 

Meine Adresse passte perfekt dazu, denn ich lebte im Waldweg 1. Tesno lebte nicht weit weg von mir. Wenn ich durch den Wald ging, war ich in 10 Minuten bei ihm. Mit dem Auto brauchte man ca. 20 Minuten. Die Straße verlief außerhalb des Waldes. Vor einigen Jahren lief die Straße durch den Wald, doch es passierten zu viele Umfälle. Die Straße wurde deswegen geschlossen und eine neue wurde gebaut. Ich trank einen Schluck Tee und schloss die Augen. Grünen Tee liebte ich. Dabei konnte ich sehr gut entspannen. 

 

Nach kurzer Zeit schlich sich Marius am Wohnzimmer vorbei. „Du musst dich nicht vorbei schleichen. Ich beiße dich nicht.“ „Da bin ich mir bei einem Dämon nicht sicher.“ Ich lachte und schaute ihn an. „Wenn du schon in die Küche gehst, bring mir bitte Blut mit.“ „Gerne.“ Er ging in die Küche. Ich hörte ihn am Kühlschrank. Wenige Minuten später kam er zu mir und reichte mir eine Flasche Blut. „Vielen Dank.“ Bei unserem Gespräch schraubte ich den Deckel ab und trank einen Schluck. „Hast du heute schon gegessen?“, fragte mich Marius zögerlich. „Heute Morgen. Warum frägst du?“ „Deine schwarzen Augen sagen, dass du Hunger hast.“ „So etwas kommt vor.“ „Ich wohne schon etwas bei dir. Ich sehe dich selten mit schwarzen Augen.“ „Wie kommst du in Latein voran?“ „Es ist schwer.“ „Ich weiß. Ich verstehe es dennoch nicht.“ „Was?“ „Du kannst Magie wirken, ohne dass du Latein kannst.“ „Ich kann das auch nicht erklären.“ „Ich denke, das muss man nicht verstehen.“ Er nickte. „Ich hörte du warst brav.“ „Das war ich. Darf ich mir etwas zu Essen bestellen?“, fragte er zögerlich. „Lass dir von Nikar etwas kochen.“ „Er ist nicht mein Sklave.“ „Ich esse nichts Menschliches und er kann kochen.“ „Ich frag ihn.“ Ich nickte. 

 

Marius ging zurück in sein Zimmer, dabei hörte ich ihn und Nikar reden. Wenige Minuten später brachte mir Nikar noch einen Tee und kochte etwas in der Küche. Dabei vertiefte ich mich in meine Buchhaltungsunterlagen. Diese waren korrekt. Dennoch wollte ich meinen Buchhalter weiter überprüfen. Als ich wieder aus dem Fenster sah, merkte ich, dass es hell wurde. Es dämmerte bereits, außerdem spürte ich Vatis Aura. Als ich neben mich schaute stand er neben mir und grüßte mich: „Es ist schön dich zu sehen, Prinzessin.“ „Es freut mich auch dich wieder zu sehen. Gibt es etwa neues?“ „Nein. Puka war vorher beim Tee bei mir.“ Ich grinste.