Blut der Dämonin - Die Anfänge



Leseprobe Blut der Dämonin - Die Anfänge

 

PROLOG

Ich erzähle euch nun einiges aus meinem Leben. Natürlich weiß ich nicht mehr alles, aber ich bemühe mich alles so genau wie möglich zu erzählen. Ich bin am 12.07.1514 geboren. Das ich aus dieser Zeit nichts mehr weiß, dürft ihr mir bitte nicht verübeln. Aufgewachsen bin ich bei meinen Eltern in Schottland und wir lebten nicht in der Unterwelt, sondern Oben. Allerdings lebten wir versteckt zwischen den Menschen und kein Übernatürliches Wesen zeigte sich zu dieser Zeit. Meine Mutter war eine Hexe und mein Vater ein Dämon. Ich selbst wurde ein Volldämon und wurde von Meister als Wunder bezeichnet. Ab diesen Moment war ich sein kleiner Liebling und bin es heute immer noch. Meine Eltern waren sehr wohlhabend und lebten in einen großen punktvollen Haus. Sie waren angesehene Bürger im Dorf. Die beiden hießen Isabell und Gremo Wilkos. Mich nannten sie 1mon und dieser Name wird Einomon ausgesprochen. Allerdings riefen sie mich Oney. Ich weiß, Dämonennamen sind seltsam und manchmal wirklich kompliziert, aber nun beginnen wir mit der Geschichte. 

 

1518

Ich war zu dieser Zeit 4 Jahre alt. Momentan saßen Mutti und Vati mit Onkel Aiogon an unseren großen Eichenholztisch. Vati hatte schwarzes schulterlanges Haar und wirkte nicht so jung wie die meisten Menschen bei uns im Dorf. Er wirkte eben wie ein typischer Vater und sah aus wie ein 40 jähriger Mann. Außerdem trug Vati immer die edelsten Kleidungsstücke, die es gab. Onkel Aiogon hatte hüftlanges schwarzes Haar und trug unsere typische schottische Tracht. In etwas anderem sah ich ihn noch nie und außerdem wirkte er genauso alt wie Vati. Unser Haus war sehr pompös eingerichtet und wir hatten teure Teppiche auf unseren dunklen Holzböden. Diese waren aus einem sehr teuren trophischen Holz und ich denke, es war Mahagoniholz. Wir hatten ein offenes Wohnzimmer und ein offenes Esszimmer. Wenn man unser Haus  betrat, sah man sofort links das große Wohnzimmer mit Holzofen und rechts das Esszimmer. Dieser Ofen beheizte, ausreichend unsere, aus roten Lehm gefertigte Steinwände. Im Wohnzimmer standen zwei teure Sofas, denn diese waren aus teurem Holz und teuren Stoff gefertigt. Ich weiß bis heute nicht, womit die Kissen befüllt waren. Im Esszimmer stand der große Eichenholztisch, bei dem jede Holzplatte ohne Astloch war. Es stand eine große Eckbank um diesen und dazu gab es noch zwei Stühle. Wir hatten viele Öllampen im Haus. In der Küche war ich selten und dennoch stand dort ein großer Ofen. Dieser wurde mit Holz betrieben und die Küche war direkt hinter dem Esszimmer. Sie hatte eine große schwere Holztüre und in der Mitte des großen Ess- und Wohnraumes führte eine große Holztreppe mit Ornamentmuster ins obere Stockwerk. Dort waren unsere Schlafräume. Ich saß auf unseren großen Teppich vor dem Esstisch und spielte mit meinen teuren Stoffpuppen. 

 

Ich mochte meine Puppen gerne und redete viel mit ihnen. Sie waren bislang meine einzigen Freunde, denn da wir unter den Menschen lebten, durfte ich nicht nach draußen. Die Erwachsenen unterhielten sich und tranken Tee. Vati hob mich hoch und setzte mich auf seinen Schoß. Ich grinste Onkel Aiogon mit meinen kleinen Eckzähnchen an und er grinste mich ebenfalls an. „Hast du brav gelernt, Oney?“, fragte er mich und ich nickte. „Oney hat sehr brav und aufmerksam mit mir gelernt“, sagte Vati und strich mir meine blutroten schulterlangen Haare aus dem Gesicht. „Kann sie schon gut Latein?“, fragte Onkel Aiogon weiter und Vati antwortete: „Es geht. Wir müssen noch einiges lernen.“ Bei diesen Satz schaute Mutti böse und ich fragte: „Was ist los, Mami?“ „Ich finde es nicht gut, dass du schon so viel lernen musst. Du bist erst 4 Jahre alt.“ „Es ist wichtig für ihre Zukunft“, entgegnete Vati streng und deswegen sagte Mutti nichts mehr. Ich lehnte mich zurück und schaute Vati mit großen Augen an. „Was ist los, Liebling?“, fragte er und schaute mich dabei an. „Kann ich bitte Tee haben?“, fragte ich und Vati nickte. Sofort schaute er Mutti an und sie stand auf. Wenige Augenblicke später stellte sie eine Tee Tasse vor mich und setzte sich wieder auf ihren Platz. Jetzt schob sie mir die Kanne zu und ich fragte lieb: „Kannst du mir helfen, Mama?“ „Nein“, antwortete sie mit harter Stimmer und ich schaute zu Onkel Aiogon. 

 

Ohne zu zögern setzte er sich neben mich und goss mir eine Tasse Tee ein. „Danke“, meinte ich und schaute ihn mit großen Augen an. Mit einer Hand wuschelte er  mir durch die Haare und meinte: „Kein Problem, Kleine.“ Ich grinste und trank vorsichtig den dampfenden Tee. „Was ist das für ein Tee, Papa?“, fragte ich neugierig und er antwortete: „Das ist grüner Tee, Oney.“ „Der ist gut.“ „Schön, dass er dir schmeckt.“ „Der mit Früchten ist auch gut.“ Bei diesen Satz schaute ich Vati an und grinste. „Willst du etwas mit Onkel Aiogon lernen?“, fragte er mich und ich nickte. Jetzt hob Vati mich von seinem Schoß und setzte mich auf dem Boden ab. Ich nahm eine meiner Puppen und rannte zu einem der großen Sofas. Onkel Aiogon brachte mir meinen Tee mit und Mutti sagte streng: „Pass auf, dass sie nichts verschüttet.“ „Selbst wenn, wäre es egal“, erwiderte Vati darauf und Onkel Aiogon nickte. Jetzt holte Onkel Aiogon ein großes, dickes Buch aus dem Buchregal und schlug es auf. Nach kurzen Blättern blieb er auf einer Seite und deutete auf eine Stelle im Buch. Dort stand, dass ich meine Magie in die Hände leiten musste um einen Ball zu formen und ich ahmte diese Handbewegungen nach. Das Verschieben der Magie hatte ich mit Vati gestern geübt und so schob ich meine Magie in die Hände. Mit meiner Magie, die in meinen Handflächen lag formte ich, anhand der Handbewegungen im Buch, einen kleinen Ball und fragte unsicher: „Ist das so richtig?“ „Ja. Du machst das gut“, lobte mich Onkel Aiogon und  ich grinste zufrieden. Nach kurzer Zeit hielt ich den Ball in einer Hand und Onkel Aiogon nahm ihn mir ab. 

 

Er schloss die Hand und der Ball erlosch. Deswegen schaute ich enttäuscht und er meinte: „Mach es nochmal.“ Ich nickte und Vati setzte sich zu uns. Mit einer Handbewegung brachte er meinen Tee wieder zum Dampfen und diesmal gab ich ihm den Ball. „Du kannst das schon sehr gut“, lobte mich Vati und strich mir über den Kopf. „Muss ich noch mehr machen?“, fragte ich erschöpft und Vati fragte: „Bist du müde?“ Ich nickte. „Willst du noch etwas Latein üben?“  „Ja.“ Vati reichte mir meinen Tee und ich nahm vorsichtig einen Schluck. Der Tee war nicht so heiß wie gedacht und ich trank die Tasse aus. Onkel Aiogon stand auf und räumte das Buch zurück ins Regal. Dabei holte er ein anderes Buch und gab es mir. Es war kleiner wie das andere Buch, weil es war das Buch, mit dem ich mit Papa, Latein lernte. Sofort schlug ich es auf und las laut vor. Es konnte dabei nichts passieren, denn es erzählte eine schöne Geschichte. In dieser war ein Mädchen an einem See und spielte mit ihrem Hund. Ich las die Geschichte komplett vor. „Hast du verstanden, was da steht?“, fragte mich Vati. Nochmals erzählte ich ihm die Geschichte und er nickte zufrieden. Danach gab ich Onkel Aiogon das Buch wieder und er stand auf. Gleich darauf räumte er es zurück in den Schrank und ich kuschelte mich an Vati. „Willst du ins Bett, Prinzessin?“, fragte Vati lieb und ich nickte müde. Deswegen hob er mich hoch und Onkel Aiogon gab mir meine Lieblingspuppe. Sie hieß Mimi. Vati ging mit mir die Treppen nach oben und trug mich in mein Zimmer. Dieses war das erste Zimmer links. Dort hatte ich ein großes Himmelbett und in diesem konnten zwei Leute schlafen. Vati setzte mich ab und öffnete meinen großen Kleiderschrank. 

 

Er zog ein Nachthemd heraus und schloss den Schrank wieder. „Warum ist Mami so böse?“, fragte ich traurig und er antwortete: „Sie versteht nicht, warum du so viel lernen musst.“ „Ich bin ein Dämon und muss viel lernen.“ „Das hast du richtig erkannt.“ „Kannst du mir beim Umziehen helfen?“, fragte ich mit großen Augen und Vati nickte. Ich legte Mimi aufs Bett und zog mein Kleid aus. Anschließend stellte ich mich vor Vati und hob die Arme hoch. Jetzt stülpte er mir das Nachthemd über und zog es nach unten. „Ist das neu?“, fragte ich überrascht und er antwortete grinsend: „Ja. Ich habe es für dich gekauft.“ Ich grinste ihn glücklich an und umarmte ihn. „Gefällt es dir?“ Ich nickte eifrig und jetzt grinste er mich zufrieden an. Vati ging zum Fenster und schloss die Vorhänge. „Sind wir nicht komisch für die Menschen?“, fragte ich, während ich ins Bett kletterte und er antwortete: „Ein bisschen, Prinzessin.“ Nebenbei nahm ich Mimi und kroch zum Kopfkissen. Auf dieses legte ich meinen Kopf und Vati kam zu mir ans Bett. Führsorglich deckte er mich mit einer schweren Decke zu und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Dabei sagte er: „Schlaf gut, Prinzessin.“ „Du auch, Papa.“ Er strich mir über die Wange und löschte das Licht der Öllampe. Danach ging er zur Tür und verließ mein Zimmer. Dabei zog er leise die Türe zu und ich zog meine Decke höher. Zu der Zeit, wo ich schlafen ging, war es dunkel draußen und ich mochte es nicht, wenn es zu dunkel war. Ich sah nicht so gut wie Papa im Dunkeln und deswegen machte mir dir Dunkelheit Angst. Fest kuschelte ich Mimi und drehte mich auf die Seite. Wenige Augenblicke später hörte ich einen lauten Streit, zwischen Mama und Onkel Aiogon. 

 

Draußen donnerte es laut und ein Blitz erhellte mein Zimmer. Erschrocken zuckte ich zusammen und ich war wirklich sehr ängstlich für einen Dämon. Ängstlich drückte ich Mimi fest an mich und zitterte vor Angst. Der Streit wurde immer lauter und Papa hatte sich auch eingemischt. Es ging um mich, das hörte ich laut und deutlich. Vorsichtig hüpfte ich aus meinem Bett und schlich langsam zur Türe. Diese öffnete ich so leise ich konnte und sah, dass im Gang eine Öllampe brannte. Schnell rannte ich zurück zum Bett und holte Mimi. Leise schlich ich aus meinem Zimmer und zur großen Treppe. An dieser machte ich mich ganz klein und schaute gebannt nach unten. Wie ich sah lagen weiße Scherben auf dem Boden und es war scheinbar eine Teetasse vom Tisch gefallen. Da wird Mutti ganz schön böse sein, dachte ich mir, weil sie mochte unsere Teetassen. Ich schaute weiter zum Tisch und sah Vati, Onkel Aiogon und Mutti. Eine rote Flüssigkeit lief über den Boden und sie roch sehr gut. Um diese Flüssigkeit, waren auch weise Scherben und ich dachte mir, dass vielleicht doch der Krug vom Tisch gefallen war. Ich hörte nicht mehr, was sie sagten, weil sie schwiegen einen kurzen Moment und tuschelten danach miteinander. Neugierig lehnte ich mich weiter nach vorne, damit ich hören konnte was sie sagten. Dabei fiel ich fast die Treppe hinunter und hielt mich panisch am Geländer der Treppe fest. Dabei fielen mir meine blutroten Haare ins Gesicht und ich riss erschrocken die Augen weit auf. Wieder schaute ich zum Tisch und sah Mutti nicht mehr. Ruckartig wurde ich von hinten hochgehoben und dabei fiel Mimi auf dem Boden „Oney. Du bist ein böses Mädchen. Du sollst schlafen und nicht im Haus herumlaufen! Muss ich dich etwas bestrafen?“, schimpfte mich Mutti und ich antwortete kläglich: „Nein. Ich habe euch streiten hören. Außerdem kracht es draußen laut.“ „Du bist ein Angsthase. Seit wann stehst du auf? Normal bist du immer unter der Decke.“ „Ihr wart so laut und draußen war es auch laut.“ „Du sollst schlafen.“ 

 

Wortlos trug sie mich zurück ins Zimmer und warf mich ins Bett. Da ich so leicht war, schlug mein Kopf gegen die Wand und ich schrie laut: „Aua!“ Dabei weinte ich und sie ignorierte das. Wütend schlug sie die Türe hinter sich zu und ich war wieder alleine im Dunkeln. Ich zitterte und hielt mir den Kopf. Vorsichtig sprang ich auf und rannte zur Türe. „Mami! Ich will Mimi wieder haben! Bitte gib mir Mimi wieder!“, schrie ich und schlug gegen die Türe. Dabei weinte ich immer mehr und griff zur Türklinke. An dieser rüttelte ich, aber die Türe öffnete sich nicht und ich schrie so laut ich konnte: „Mami! Bitte!!“ Jetzt hörte ich Schritte und ging einen Schritt von der Türe weg. Erwartungsvoll schaute ich auf die Türe und hörte, wie sie aufgeschlossen wurde. Bevor die Türe aufging, hörte ich Vati wüten: „Du dumme Hure! Was hast du Oney angetan?“ Ich hörte Mami schlurzen und sah, wie sich die Türe langsam öffnete.“ Vati betrat mein Zimmer und schaute mich an. Dabei zündete er magisch eine Lampe an und hob mich hoch. „Was hat Mami gemacht?“, fragte er besorgt und ich antwortete leise: „Sie hat mir wehgetan.“ Mir liefen Tränen übers Gesicht und er setzte mich aufs Bett. Zärtlich wischte er die Tränen weg und ich schlurzte: „Es tat so weh und ich wollte gar nicht weinen.“ „Es ist gut, Prinzessin.“ Ich schaute Vati an und er schob meine Haare auf die Seite. „Warum warst du wieder auf?“,  fragte er und ich antwortete: „Ich hab euch streiten hören und es war so laut draußen.“ Er nickte und ich fragte traurig: „Hast du Mimi gesehen?“ „Leider nicht.“ „Mimi passt aber auf mich auf.“ „Heute muss das eine andere Puppe machen.“

 

Ich nickte traurig und er versprach: „Ich suche Mimi.“ Jetzt grinste ich ihn an und krabbelte wieder hoch zum Kissen. Kaum war ich dort, legte ich meinen Kopf auf das Kissen und ich schaute Vati abwartend an. Vati deckte mich zu und gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Wir werden jetzt leise sein“, versprach er mir und strich mir über die Wange. Ich nickte und sagte: „Gute Nacht, Papa.“ „Gute Nacht, Prinzessin.“ „Kannst du dir Türe etwas offen lassen? Nur bis ich schlafe.“ Er nickte und ging zum Regal. Dort holte er eine andere Puppe und schaute mich fragend an. Nachdem ich nickte, brachte er sie mir ins Bett und ich kuschelte sie. Vati verließ das Zimmer und lehnte die Türe an. Wenige Augenblicke später kam er zurück und löschte die Öllampe in meinem Zimmer. Wieder lehnte er die Türe an und ging die Treppe nach unten. Ich schlief nach kurzer Zeit ein und träumte von Schmetterlingen.